Panzer der Wehrmacht im 2. Weltkrieg

Panzer IV - Templermeister / pixelio.de
Panzer IV - Templermeister / pixelio.de
Die Wehrmacht führte im 2. Weltkrieg eine große Zahl an Panzern ins Feld. Vom kleinen Panzer I bis zum Tiger und Panther erfolgte eine stetige Entwicklung.

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg war es Deutschland nach dem Versailler Vertrag eigentlich verboten Panzer zu besitzen. Aber schon während der Weimarer Republik wurde dieses Verbot heimlich umgangen und an Panzern geforscht – pikanterweise in der Sowjetunion. Die Nazis führten die Panzerentwicklung fort, bis Hitler schließlich alle Rücksicht fallen ließ und die Wehrmacht massiv mit Panzern aufrüstete. Die Panzerwaffe sollte sich schließlich als entscheidendes Mittel für die Anfangserfolge im 2. Weltkrieg herausstellen. Entscheidend dafür war nicht die Qualität der Panzer, sondern deren taktischer Einsatz als geschlossene Panzerverbände im Verbund mit anderen Waffengattungen, anstatt Panzer nur als Infantrieunterstützung zu gebrauchen.

Leichte Panzer - die Anfänge

Die ersten Panzer, die entwickelt wurden, waren leichte Panzerfahrzeuge. Der erste gebaute Panzer, der Panzerkampfwagen I, war als extrem kleines und nur leicht gepanzertes und bewaffnetes Fahrzeug eigentlich nicht für den Kriegseinsatz vorgesehen, musste aber mangels einer größeren Zahl an besseren Panzern auch an den ersten Feldzügen teilnehmen. Der erste richtige Panzer war schließlich der immer noch leichte Panzer II, der zu Beginn des 2. Weltkriegs noch den Großteil der eingesetzten Panzer stellte.

Nach der Besetzung der "Resttschechei" wurden auch die tschechischen Panzer 35(t) – "t" für tschechisch – und vor allem dessen Nachfolger, der Panzer 38(t), der dem deutschen Panzer II überlegen war, in die Wehrmacht übernommen und auch unter deutscher Regie weiter gebaut.

Panzer III und Panzer IV – die Arbeitstiere

Zu Kriegsbeginn standen nur sehr wenige Panzer 3 und Panzer 4 zur Verfügung, sollten aber bald das Rückgrat der Panzerwaffe bilden. Beide Panzertypen war sich recht ähnlich: mittlere Panzer von etwa 20-25t Gewicht, passabler Panzerung und Bewaffnung. Dabei sollte der Panzer IV ursprünglich der Infantrieunterstützung, der Panzer III der Panzerbekämpfung dienen. Doch bald sollten die Panzer ihre Rollen vertauschen. Im Laufe des Krieges wurden Panzerung und vor allem Bewaffnung immer weiter verstärkt, um mit den zum Teil überlegenen Konkurrenzmodellen mithalten zu können. Der Panzer IV wurde, selbst als schon bessere Panzertypen zur Verfügung standen, bis zum Kriegsende gebaut und wurde mit etwa 8.500 Stück der meistgebaute Panzer der Wehrmacht.

Tiger und Panther – Innovation im Panzerbau

Durch den Überfall auf die Sowjetunion im Jahr 1941 traf die Wehrmacht nun auf die fortschrittlichen russischen T34 und schweren KW Panzer – ein Schock, hatten die Deutschen doch nichts Gleichwertiges im Arsenal. Als Reaktion darauf wurde endlich ein schwerer Panzer gebaut, der Tiger: zwar langsam, aber enorm schwer gepanzert und bestens bewaffnet, konnte er seinen Gegnern das Fürchten lehren. Sein Nachfolger, der Tiger II oder auch Königstiger genannt, setzte das Konzept fort: verstärkte und jetzt auch abgeschrägte Panzerung und verbesserte Bewaffnung machte ihn im Kampf fast allen gegnerischen Panzern überlegen. So kampfstark die Tigerpanzer auch waren, sie wurden aufgrund ihrer komplizierten und teuren Konstruktion nur in kleiner Stückzahl gebaut. Ihre geringe Geschwindigkeit und Reichweite machte sie darüber hinaus für schnelle Angriffsoperationen auch eher ungeeignet.

Der Panther dürfte dagegen wohl den Höhepunkt der deutschen Panzerentwicklung während des 2. Weltkriegs darstellen. Als ein mittlerer Panzer (auch wenn sein Gewicht das mancher schwerer Panzer übertraf) mit guter und effektiv abgeschrägter Panzerung sowie einer hervorragenden Bewaffnung kombinierte er Feuerkraft, Panzerschutz und Beweglichkeit wie kein anderer deutscher Kampfpanzer. Der Panther kann so durchaus als ein Vorläufer der modernen Kampfpanzer gesehen werden. Aber wie der Tiger war auch der Panther aufwendig zu bauen und konnte daher nie in ausreichender Zahl produziert werden, um die alten Panzer III und Panzer IV zu ersetzen.

Sturmgeschütze und Jagdpanzer

Sturmgeschütze und Jagdpanzer waren sich im Aufbau recht ähnlich. Als Basis diente ein reguläres Panzermodell allerdings ohne Turm, die Hauptwaffe war direkt an der Wanne angebracht. Dadurch waren diese gepanzerten Fahrzeuge deutlich billiger herzustellen und dank ihrer niedrigeren Silhouette auch besser zu tarnen. Allerdings musste mit dem ganzen Panzer gezielt werden, die Kanone war konstruktionsbedingt nur äußerst eingeschränkt schwenkbar. Sturmgeschütze – das am meisten gebaute Fahrzeug war das auf den Panzer III basierende Sturmgeschütz III – sollten dabei Artillerieunterstützung an der vordersten Front bieten, Jagdpanzer dagegen feindliche Panzer bekämpfen. Dazu waren Jagdpanzer auch meist schwerer bewaffnet als die entsprechenden Kampfpanzer. Aufgrund des Mangels an vollwertigen Panzern mussten allerdings im Verlauf des Krieges auch Sturmgeschütze und Jagdpanzer immer mehr die Aufgaben eines Kampfpanzers übernehmen.

Flakpanzer

Im Verlauf des 2. Weltkriegs verlor die Wehrmacht auch immer mehr die Lufthoheit und sah sich verstärkt Bodenangriffen durch Flugzeuge ausgesetzt. Daher musste ein Weg gefunden werden, die eigenen Panzern vor gegnerischen Tieffliegern zu schützen. Nachdem schon früh eher erfolglos mit auf Panzer I und Halbkettenfahrzeugen montierter Flak experimentiert wurde, wurden jetzt der Panzer 38(t) und vor allem der Panzer IV als Waffenträger herangezogen. Anfangs nur Selbstfahrlafetten für die Flak, wurde kurz vor Kriegsende der auf dem Panzer IV basierende „Kugelblitz“ gebaut, der der erste vollwertige Flakpanzer der Welt sein sollte. Das Kriegsende kam aber einem Kampfeinsatz zuvor.

Beurteilung der Panzer im 2. Weltkrieg

Die deutschen Panzer zu Beginn des 2. Weltkriegs waren zwar durchaus modern und leistungsfähig - schließlich waren sie wie der Großteil der Ausrüstung der Wehrmacht erst wenige Jahre zuvor entwickelt worden - aber keineswegs den alliierten Modellen überlegen, wie oft angenommen wird. Ihre Erfolge hatten sie Taktik, Ausbildung und Ausrüstung (so hatte jeder deutsche Panzer ein eigenes Funkgerät) zu verdanken. Erst im Kriegsverlauf wurden die überlegenen Panzermodelle entwickelt, für die Hitlers Wehrmacht bekannt werden sollte.

Literaturtipp:

Lüdeke, A.: Typenkompass Panzer der Wehrmacht. 1933-45. Motorbuch Verlag 2008. Broschiert, 127 S. Euro 9,95.

Bildnachweis: Templermeister / pixelio.de

Michael Lutter, Michael Lutter

Michael Lutter - Geboren 1980 Studium der Geschichte und Informationswissenschaft in Regensburg (M.A.)

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